Die fehlenden Impulse im Immobilienanlagesektor und von Seiten der Zentralbanken, zu Zeiten der grossen Ferienabwesenheiten der Anleger, haben sich im August wie gewohnt akzentuiert, was zu anhaltend tiefen Handelsvolumen bei den Immobilienanlagen an der Schweizer Börse führte. Im Laufe des Monats wurden jedoch verschiedene Halbjahresergebnisse von Immobilienaktien und -Fonds publiziert. Die Aufwertungsgewinne bei Geschäftsliegenschaften gehen munter weiter. Das Dauerthema Covid rückt immer mehr in den Hintergrund, zumindest bei der Kommunikation und den aktuellen Leerständen. Die Zuversicht auf eine weitere Entschärfung der Situation in Zusammenhang mit der globalen Gesundheitskrise, scheint sich auch im Hotelsektor breit zu machen, was sich beispielsweise in den Expansionsabsichten der Accor Gruppe in der Schweiz widerspiegelt. Dies wird durch die anhaltend positiveren Konjunkturprognosen der Analysten aber auch von Seiten der Unternehmungen unterstützt. Generell weisen die Portfolios nach wie vor keinen grösseren Anstieg der Leerstände auf. Damit sind gemischte Portfolios, die sowohl in Wohn- als auch Geschäftsliegenschaften investieren, gut gerüstet und bieten im Gegensatz zu vielen Immobilienfonds noch Kurspotential. Die Stabilität der operativen Ergebnisse vermittelt den Investoren ein optimistisches Gefühl, dass bei einer möglichen Trendänderung die Immobilienanlagen stabil und weniger volatil reagieren als die globalen Aktienmärkte. Im Grundsatz wohl eine richtige Beobachtung; jedoch könnte es nach den enormen Mittelzuflüssen in Immobilienanlagen der letzten Jahre, auch zu heftigen kurzfristigen Bewegungen kommen, wie im März 2020 bereits geschehen. Anleger sollten daher nicht vergessen, dass kotierte Anlagen nicht immer nur auf die fundamentalen, operativen Ergebnisse reagieren, sondern indes auch von kurzfristigen Entwicklungen geprägt sind. Der Sommer, welcher aus meteorologischer Sicht zumindest in der Schweiz von kurzer Dauer war, neigt sich allmählich dem Ende zu. Die nächste Kapitalerhöhungs-Saison eingeläutet. Kotierte wie nichtkotierte Produkte und Anlagestiftungen suchen wieder frisches Geld, um das Liegenschaftsportfolio auszubauen oder die Verschuldung zu reduzieren. Die Akquisitions-Pipelines sind voll, doch die Preise überhitzt – entsprechende Renditeerwartung bleiben daher mittelfristig überschaubar.

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