Die Immobilienbranche ist weiterhin gefordert, teilweise auch überfordert. Die Wahrnehmungen der Asset Manager und Anleger sind sehr unterschiedlich und eher kurzfristiger Natur. Seit dem Lockdown hält man Wohnimmobilien und Geschäftsimmobilien noch klarer auseinander und plötzlich geraten verschiedene Trends in Schwierigkeiten. Ein Hotel in der Stadt Zürich war in den letzten Jahren für Investoren kaum zu finden. Die Antwort darauf, rund 4’000 neu gebaute Zimmer. Nun wurden seit dem Lockdown in Genf wie in Zürich bereits verschiedene Hotels geschlossen. Eröffnet sich hier ein Opportunitätsfenster oder ist es eine rasche Bereinigung des Marktes? Von Retail möchte schon gar niemand sprechen, E-Commerce ist König. Dass das Interesse an solchen Investitionen schwindet, zeigt mitunter die IPO-Absage von Epic. Das Portfolio war nicht schlecht aber die Gier zu gross – Anleger sind vorsichtiger geworden. Asset Manager haben weniger Angst und haben das grösste Retail Center der Schweiz gekauft. Generell versuchen sie, auch neben ihrer Haupttätigkeit Immobilien zu finden und zu verwalten, aktiver zu sein. Man ändert die Struktur des Fonds, findet neue buchhalterische Wege oder modifiziert den Namen des Produkts. Weitere Ergebnisse von Anlagefonds bestätigen, dass bis heute die Worst-Case-Szenarien bei Mietzinsverlusten aufgrund von Covid nicht oder noch nicht eingetroffen sind. Die Unterschiede bei den Ausschüttungsrenditen von Fonds die hauptsächlich in Wohnen (2.3%) und solchen die in Geschäftsliegenschaften (3.4%) investieren ist grösser geworden, dies bringt neue Gelegenheiten und/oder Risiken. Aufgrund höherer Hypothekarbelastungen (ca.50%) bleiben Aktiengesellschaften, die in Wohnen investieren, mit einer Mehrrendite von 75 bis 100 bp, attraktiver als Anlagefonds. Bei den Risiken sind weiter steigende Leerstände, die rückläufige Migration und die zukünftige Entwicklung der Arbeitslosigkeit sicher die wichtigsten Treiber der Performance von Schweizer Immobilienanlagen in den nächsten 18 Monaten.

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