Der Jahreswechsel ist stets von Ungewissheit und neuen Zielsetzungen geprägt. Die geopolitische Lage ist alles andere als stabil. Soziale Unruhen und Streiks sind mittlerweile an der Tagesordnung. Makroökonomische Daten zeigen, dass die Inflation äusserst heterogen verläuft, etwas normalisiert jedoch weiter anhält. Einen Vorgeschmack, was die Immobilienbranche in den nächsten 12 Monaten erwarten könnte, lieferte wiederum die Investorenmesse IMMO24. Zinswende und -entwicklung, Inflation, Mietzinssteigerungen vs. Mieterschutz, Kurz- vs. Langfristfinanzierung sowie die Nachhaltigkeit standen hier im Fokus. Im Herbst ist im Allgemeinen mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation zu rechnen – der zunehmende Personalabbau könnte bereits ein erstes Indiz hierfür sein. Zentralbanken würden in diesem Fall gezwungen sein, die Leitzinsen wieder gegen unten anzupassen. Wann und wie dies geschieht – da gehen die Erwartungen auseinander. MV Invest erwartet eine mögliche Rückkehr Richtung Null-Zins-Niveau bis Mitte 2025. Die deutlich schwierigere internationale Marktsituation zieht denn auch vereinzelt Akteure hierzulande in Mitleidenschaft. Stark bewegte Zeiten führen bekanntlich immer auch zu Konsolidierungen. Im Allgemeinen bekräftigt die Schweiz jedoch ihre robuste Verfassung – insbesondere auch im europäischen Vergleich. Dennoch ist damit zu rechnen, dass per Ende 2023 Bewertungsverluste von bis zu 3% verbucht werden. Der hiesige Immobilienmarkt steht auf einem überaus soliden Fundament. Die operativen Ergebnisse zeichnen ein starkes Bild. Leerstände sinken so schnell wie seit Jahren nicht mehr. Stabile Cashflows werden daher erwartet – ja gar vorausgesetzt. Zukünftig sollten sich die Bewertungen daher wieder stabilisieren. Potenziale und Mehrwerte werden im bestehenden Portfolio gesucht und geschaffen. Eine gesunde Mischung zwischen Wohn-, Geschäft- und Spezialnutzungen sollte weiterhin Berücksichtigung finden. Nach der teilweisen Erholung bei den Immobilienfonds, denken einige Asset Manager bereits wieder an Kapitalerhöhungen – was zu Verwässerungen führen würde.

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