Der Oktober brachte bei den kotierten Immobilienfonds ausgeprägte Ausschläge. Nach einem freundlichen Start erreichte der SWIIT mit rund 600 Punkten sein Monatshoch. Danach setzte ein deutlicher Abverkauf ein: im Vorfeld der Kapitalerhöhungen von Solvalor und UBS Direct Mixed Urban kamen vor allem von passiven Anlegern Verkäufe in den Markt. Der SWIIT fiel in wenigen Tagen um gut 4 %. Die Auszahlung der Dividenden in verschiedenen Produkten verhalf dem Markt zur Trendwende und einer deutlichen Erholung. Ruhiger entwickelten sich die Immobilienaktien, wobei die grossen Titel im unsicheren Aktienumfeld besonders gesucht waren. Haupttreiber bleibt das Zinsumfeld, das sich im Oktober uneinheitlich zeigte. Die Teuerung in der Schweiz stieg im September auf 1,0 % (August: 0,8 %), vor allem wegen eines Basiseffekts und höherer Energiepreise. Die Nationalbank beliess den Leitzins im September bei 0 %, der Markt rechnet aber zunehmend mit ersten Erhöhungen im Verlauf von 2027. International sorgten höhere Energiepreise und anhaltende Inflationssorgen für steigende langfristige Renditen. Auch in der Schweiz zogen die Kapitalmarktzinsen an, wenn auch weniger ausgeprägt, und Festhypotheken haben sich bereits im dritten Quartal spürbar verteuert. Damit bleiben die Qualität der Immobilienportfolios, stabile Mieterträge und eine solide Finanzierungsstruktur entscheidende Faktoren bei der Titelauswahl der Investoren. Die Bewertungen haben sich normalisiert. Das durchschnittliche Agio der Fonds notierte mit 26,8 %, nach rund 38 % Ende Februar wieder deutlich tiefer. Der Kapitalmarkt bleibt sehr aktiv und bestimmt den kurzfristigen Kursverlauf: Bis Anfang Oktober flossen dem Markt rund 3,9 Mrd. CHF zu, für das vierte Quartal sind weitere rund 950 Mio. CHF angekündigt. Die geplante Verschärfung der Lex Koller bleibt ein regulatorischer Unsicherheitsfaktor. Nach der Zustimmung des Nationalrats zu einer entsprechenden Motion im September stehen insbesondere mögliche Einschränkungen für ausländische Investoren in kotierte Immobilienanlagen im Fokus. Diese könnten die Nachfrage und Marktliquidität beeinträchtigen. Angesichts des noch offenen Gesetzgebungsprozesses bleiben die tatsächlichen Auswirkungen jedoch abzuwarten.
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